Klimafreundliches Bierbrauen mit Sonne und Wärmepumpe : Datum:
Wie lässt sich Bier künftig klimafreundlich brauen? Das Forschungsprojekt „RenewBrew" der Hochschule Hannover entwickelt ein System aus Hochtemperaturwärmepumpen, Wärmespeichern, Photovoltaik und Solarthermie, das den Brauprozess ohne fossile Energieträger mit Wasserdampf versorgt. Erste Ergebnisse wurden im September auf zwei Fachkonferenzen vorgestellt.
Wie lässt sich Bier künftig klimafreundlicher brauen? Dieser Frage widmet sich das Forschungsprojekt „RenewBrew“, das Anfang 2026 am Forschungszentrum Energie – Mobilität – Prozesse (EMP) der Hochschule Hannover (HsH) gestartet ist. Aufgrund des hohen thermischen Energiebedarfs setzen viele Brauereien bislang auf Gasbrenner, um den für den Brauprozess benötigten Wasserdampf zu erzeugen. Das Projekt untersucht, wie sich der Wärmebedarf künftig über erneuerbare Energien statt mit Gas decken lässt, als Grundlage für eine deutlich treibhausgasärmere Wärmeversorgung auch für kleinere Brauereien.
Im Zentrum des Projekts steht die Entwicklung eines Systems aus Hochtemperaturwärmepumpen, Wärmespeichern, Photovoltaik und konzentrierender Solarthermie, bei der Sonnenstrahlen mithilfe spezieller Spiegel gebündelt werden, um hohe Temperaturen zu erzeugen. Projektleiter Prof. Dr. Lutz Meyer erläutert: „Wir setzen auf die Kopplung von konzentrierter Solarthermie und Hochtemperatur-Wärmepumpe, um Synergien zu nutzen und Effizienzgewinne zu erzielen. Dieses Vorhaben adressiert eine Lücke bei der Prozesswärme in kleinen Leistungsbereichen und trägt so zur Dekarbonisierung der Industrie bei.“
Gemeinsam ermöglichen die Technologien die Bereitstellung von Wasserdampf mit Temperaturen deutlich über 100 Grad Celsius, einem zentralen Bestandteil des Brauprozesses.Aktuell entsteht an der Hochschule Hannover eine wissenschaftliche Testanlage. Das Konzept wird im September auf der 4. Norddeutschen Wärmeforschungskonferenz in Flensburg sowie auf der 32nd SolarPACES Conference in Bad Neuenahr-Ahrweiler vorgestellt. Auf Grundlage der Testanlage soll anschließend ein Demonstrator für das Norderneyer Brauhaus entwickelt und dort installiert werden.
Nachhaltige Prozesswärme: Potenzial für Brauereien und Industrie
Die Technologie ist auch für andere Industriezweige relevant, in denen Prozesswärme und Wasserdampf bislang überwiegend mit Erdgas erzeugt werden. Für kleinere energieintensive Betriebe könnte sich dadurch ein Weg eröffnen, ihre Abhängigkeit von externem Netzstrom oder fossilen Energieträgern zu reduzieren und Produktionskosten zu senken.
Neben dem Norderneyer Brauhaus und seinem Geschäftsführer Tobias Pape unterstützt auch Wolfgang Jaske vonseiten der Firma Jaske & Wolf Verfahrenstechnik als externer Projektpartner maßgeblich die Umsetzung. Das bis Ende 2028 laufende Forschungsprojekt „RenewBrew“ wird mit rund 1,09 Millionen Euro vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) sowie der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) im Rahmen des Programms „Forschung an HAW“ gefördert.
Textquelle: Hochschule Hannover