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Thema im Fokus: Vielfalt und Inklusion

Zehn bunt bemalte Holzschilder sind übereinander an einem Pflock montiert und heißen Menschen aller Hautfarben, Geschlechter, Religionen etc. Willkommen
© Adobe Stock / Стамен Кацаров

Haben Sie sich schon einmal so richtig alleingelassen oder von einer Gruppe ausgeschlossen gefühlt? Wir alle kennen das schmerzhafte Gefühl, nicht dazuzugehören und einfach anders zu sein als „die anderen“, und wir alle suchen nach einem Platz in der Welt, an dem wir mit all unseren Eigenheiten willkommen sind.

In unserem neuen Thema im Fokus beleuchten wir deshalb die Themen Vielfalt und Inklusion. Ob jung oder alt, gesund oder krank, in Deutschland geboren oder zugezogen, in der Stadt oder auf dem Land, auf der Arbeit oder im Privatleben: Alle Menschen brauchen eine Gemeinschaft, der sie sich zugehörig fühlen.

Zahlreiche Projekte an HAW (Hochschulen für Angewandte Wissenschaften) befassen sich mit diesen Themen und beleuchten sie aus verschiedenen Perspektiven: In POINTED geht es um die Frage, wie sich oft divers aufgestellte Pflegeteams durch Intravision im stressigen Berufsalltag helfen können. Im Videointerview mit dem Projekt IGel-A sind wir der Frage nachgegangen, wie Inklusion im Arbeitskontext gelingen kann. Weitere Vorhaben an HAW befassen sich mit digitalen Hilfen für Demenzkranke oder für körperlich und geistig beeinträchtige Personen, mit Ideen für mehr Lebensqualität im ländlichen Raum sowie mit Hilfen für Menschen, die Flucht- oder Gewalterfahrungen gemacht haben.

In unserem Übersichtstext befassen wir uns außerdem näher mit den verschiedenen Dimensionen von Vielfalt und was sie für unser Zusammenleben bedeuten.

Erfahren Sie hier mehr über Inklusion und Vielfalt in Politik, Gesellschaft und Alltag sowie über die aktuelle Forschung dazu an HAW: 

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Weitere Projekte zum Thema

PraeWi: Partizipativ erarbeitetes Konzept zur Suchtprävention bei Geflüchteten

Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen, erleben auf der Flucht, bei der Ankunft und auch später in den Gemeinschaftsunterkünften oft schlimme Dinge. Diese Erfahrungen führen dazu, dass geflüchtete Menschen ein hohes Risiko für Alkohol- und Drogenkonsum haben. Im seit März 2025 abgeschlossenen Projekt PraeWi wurden Angebote zur Suchtprävention entwickelt, die speziell auf die Situation von Geflüchteten in Gemeinschaftsunterkünften zugeschnitten sind. In einem partizipaztiven Prozess erarbeiteten die Beteiligten – dazu gehörten Geflüchtete ebenso wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialdienste, ehrenamtlich Tätige und auch die Träger und Betreiber der Unterkünfte sowie ihre Beschäftigten – gemeinsam ein Maßnahmenbündel, das den Geflüchteten mehr Selbstbestimmung und Selbstverantwortung verleiht und auf diesem Weg die Risikofaktoren für Suchtprobleme minimiert.

Projekttitel: Präventionsmaßnahmen und Wissenstransfer innerhalb der Sozialen Arbeit bezüglich riskanten Substanzkonsums für Menschen mit Fluchterfahrungen in Übergangswohnheimen (PraeWi)
Zuwendungsempfänger: Hochschule Esslingen
FKZ: 13FH045SX7
Laufzeit: August 2019 bis März 2025
Förderung: FH-Sozial

KIAssist: Mehr Inklusion in der Arbeitswelt dank KI 

Werkstätten für Menschen mit Behinderung sind ein wichtiger Inklusionsort in der Arbeitswelt, doch ihre Resilienz hängt entscheidend davon ab, dass die individuellen Bedürfnisse der dort arbeitenden Menschen und damit auch ihre Anforderungen frühzeitig erkannt werden. An dieser Stelle setzt das Projekt KIAssist mit einem KI-gestützten Assistenzsystem an: Mit der algorithmenbasierten Assistenz sollen die Mitarbeitenden in den Werkstätten komplexere Aufgaben übernehmen, neue Arbeitsinhalte erlernen und diese Tätigkeiten teilweise im Homeoffice ausführen können. Ergänzt wird das System mit einer situationsbezogenen Unterstützung durch einen Coach. Das Vorhaben soll exemplarisch aufzeigen, wie durch eine Integration von maschinellem Lernen mit technischen Assistenzsystemen die Inklusion in bestehenden Arbeitssystemen verbessert werden kann.

Projekttitel: KI-gestützte Assistenz zur Förderung dezentraler Inklusion (KIAssist)
Zuwendungsempfänger: Hochschule Bielefeld (HSBI) | Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe
FKZ: 13FH560KA0 | 13FH560KB0
Laufzeit: August 2022 bis Juli 2026
Förderung: FH-Kooperativ
Mehr dazu: Website des Projekts KIAssist

DEIN-ORT: Heimatverbundenheit hilft bei der Inklusion von Demenzkranken

Die Zahl der Menschen, die an Demenz erkranken, steigt kontinuierlich. Statistiken zufolge werden es in Deutschland bis zum Jahr 2050 rund 3 Millionen und damit doppelt so viele wie heute sein. Im Projekt DEIN-ORT macht sich die FH Dortmund die Tatsache zunutze, dass ältere Menschen oft eine enge Beziehung zu ihrer Heimat haben – auch im großen Ballungsraum an der Ruhr, den seine älteren Bewohner oft liebevoll „mein Ruhrgebiet“ nennen und in dem sie stark verwurzelt sind. Gemeinsam mit zahlreichen Partnern aus der Region untersucht das interdisziplinäre Projektteam, welches inklusionsfördernde Potenzial der öffentliche Raum hat und wie er auch für die wachsende Gruppe von Menschen mit Demenz genutzt werden kann. Dabei werden transdisziplinär innovative, inklusionsfördernde Maßnahmen und Dienstleistungen entwickelt. 

Projekttitel: Perspektive Demenz. Inklusionsförderung durch sozialräumliche Organisation, inklusionsfördernden Raum und personenzentrierte Technik (DEIN-ORT)
Zuwendungsempfänger: Fachhochschule Dortmund
FKZ: 13FH075SX8
Laufzeit: Januar 2021 bis Dezember 2025
Förderung: FH-Sozial

IDEAL: Ländlichen Kommunen bei der Bewältigung des demografischen Wandels helfen

Der demografische Wandel stellt vor allem strukturschwache ländliche Regionen vor Herausforderungen. Das Forschungsprojekt IDEAL hat in mehrstufigen Partizipationsformaten analysiert, dass vor allem die Kommunikation als ausbaufähig wahrgenommen wird, um Teilhabe an gesellschaftlichen Aktivitäten zu beleben. Als Lösungsansatz entwickelte das seit Januar 2025 beendete Projekt IDEAL in enger Abstimmung mit drei Kommunen aus Thüringen das gemeindespezifische Online-Netzwerk SoLokal: ein bundesweit übertragbares, kostengünstiges digitales Tool zum Austausch innerhalb der Gemeinde. SoLokal erfüllt besonders hohe Datenschutzstandards und ermöglicht die Vernetzung der Bürgerinnen und Bürger untereinander ebenso wie einen modernen und direkten Draht zur Verwaltung. Besonderes Augenmerk lag dabei auf der Teilhabe von Bürgerinnen und Bürgern mit schwächer ausgeprägter Digitalkompetenz durch die enge Verzahnung mit analogen Formaten.

Projekttitel: Miteinander im ländlichen Raum für mehr Lebensqualität und Gesundheit von Jung und Alt (IDEAL)
Zuwendungsempfänger:  Fachhochschule Erfurt University of Applied Sciences
FKZ: 13FH082SB8
Laufzeit: Dezember 2020 bis Januar 2025
Förderung: FH-Sozial
Mehr dazu: Projektbeschreibung auf der Website der FH Erfurt

PeerPAL: Schlaganfall-Patienten mehr Teilhabe ermöglichen

Jedes Jahr erleiden in Deutschland etwa 270.000 Menschen einen Schlaganfall, und diese Zahl wird vor dem Hintergrund des demografischen Wandels voraussichtlich noch steigen. Eine Folge des Schlaganfalls kann eine Sprachstörung (Aphasie) sein, die häufig zu Autonomieverlusten und sozialem Rückzug führt. Im bis November 2024 laufenden Projekt PeerPAL wurde daher ein digitales soziales Netzwerk entwickelt und evaluiert, das leicht und intuitiv zu bedienen ist und somit bei Menschen mit Sprachstörungen die Selbsthilfe im Sinne von Peer-to-Peer-Ansätzen unterstützt. Über den digitalen Austausch hinaus werden außerdem reale Treffen mit anderen Betroffenen und die Teilnahme an gesellschaftlichen Aktivitäten stimuliert. So entsteht eine langfristige multimodale Vernetzung mit Peer-Support, die die Lebensqualität von Menschen mit chronischer neurologischer Sprachstörung maßgeblich verbessert.

Projekttitel: Peer-to-Peer-Unterstützung: Digitale Vernetzung bei Aphasie zur Steigerung der Lebensqualität (PeerPAL)
Zuwendungsempfänger: Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg | Katholische Hochschule Mainz
FKZ: 13FH077SA8 | 13FH077SB8
Laufzeit: Dezember 2020 bis November 2024
Förderung: FH-Sozial
Mehr dazu: Website des Projekts PeerPAL

PAGAnInI: Wege im öffentlichen Raum finden

Für Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung können ungeplante Ereignisse, aber auch tägliche Routinen eine Herausforderung sein. Das seit Januar 2025 beendete Projekt PAGAnInI hat ein System zur Wegefindung mit Augmented-Reality-Komponenten erforscht, konzipiert, gestaltet und entwickelt. Das System unterstützt Menschen dabei, die wichtigsten täglichen Wege im öffentlichen Raum immer selbstständiger und sicherer zu bewältigen. Darüber hinaus wurde erforscht, inwieweit solche Systeme in Organisationsstrukturen eingebunden werden können und wie sich eine partizipative Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderung gestalten lässt. In die gesamte Entwicklung wurden sowohl die Nutzerinnen und Nutzer als auch die Dienstleisterinnen und Dienstleister eingebunden.

Projekttitel: Adaptives Smartphone-gestütztes Lernsystem zur Begleitung von Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung in ihrem Lernprozess beim Wegetraining im öffentlichen Raum (PAGAnInI)
Zuwendungsempfänger: Hochschule Bielefeld (HSBI)
FKZ: 13FH514SX7
Laufzeit: September 2019 bis Januar 2025
Förderung: FH-Sozial
Mehr dazu: Pressemitteilung der Hoschschule Bielefeld zum Projekt

Jula: Mehr Lebensqualität für Jugendliche auf dem Land

Auch dieses Vorhaben befasste sich mit dem demografischen Wandel und seinen Auswirkungen vor allem im ländlichen Raum. Im Fokus des Projekts Jula, das seit Januar 2025 abgeschlossen ist, stand die Lebensqualität von Jugendlichen: In den betroffenen Regionen konzentrieren sich Angebote aus Politik und Gesellschaft hauptsächlich auf ältere Bevölkerungsgruppen. Für Jugendliche gibt es immer weniger Angebote, und die Bindung junger Menschen an ihre Heimatregion nimmt ab. Ziel von Jula war deshalb eine innovative Reorganisation der Jugendarbeit und die Entwicklung neuer Formen der Beteiligung und Kommunikation im analogen und virtuellen Raum. Dabei wurden Jugendliche aus aus allen gesellschaftlichen Schichten eingebunden. Als Modellregionen dienten die Regionen Oberallgäu, Ostallgäu und Friesland, die vom Tourismus und vom demografischen Wandel geprägt sind.

Projekttitel: Jugend leben im ländlichen Raum – analog(e) und digital(e) Zukunft gestalten (Jula)
Zuwendungsempfänger: Hochschule für angewandte Wissenschaften Kempten | Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth
FKZ: 13FH059SA8 | 13FH059SB8
Laufzeit: August 2020 bis Januar 2025
Förderung: FH-Sozial

SHELTER: Sichere vireal-digitale Räume für Menschen mit Gewalterfahrungen

Sexualisierte Gewalt zu erleben ist eine traumatische (Überlebens-)Erfahrung für die meisten Betroffenen und hat Studien zufolge massive Auswirkungen auf die subjektiv empfundene Lebensqualität. Die Herausforderung im Umgang mit sexualisierter Gewalt liegt darin, das Leid der Betroffenen anzuerkennen und ihnen dennoch die Deutungshoheit über ihre Erfahrungen und ihr Leben zu überlassen. Im Projekt SHELTER wurden deshalb bis März 2025 geschützte Räume von Betroffenen für Betroffene entwickelt, in denen sie sich begegnen können und Unterstützung erhalten, indem sie Wege der Selbsthilfe gehen. Neben einem Vor-Ort-Raum in Mannheim entstanden in dem Projekt geschützte Chats und virtuelle Austausch- und Begegnungsräume in einer mobilen Softwareanwendung (App), in der sich die Betroffenen als Avatare bewegen und miteinander in Kontakt treten können.

Projekttitel: Entwicklung eines inklusiv-virealen (analog und digital zugänglichen) Auffang-, Schutz-, Begegnungs- und Beratungsraumes für alle Erwachsenen, die seit ihrer Kindheit sexualisierte Gewalt erlebt haben. (SHELTER)
Zuwendungsempfänger: Hochschule Mannheim
FKZ: 13FH522SA7
Laufzeit: Juli 2019 bis März 2025
Förderung: FH-Sozial
Mehr dazu: Website des Projekts SHELTER